„Ich geh dann mal in den Wald zaubern“, rufe ich nach oben, um mich von meinem Mann zu verabschieden. Cosmo, mein Hund, und ich machen in diesen Weihnachtsferien das 13-Wünsche-Ritual. Ursprünglich gehört dieses Ritual zu den Ritualen für die Rauhnächte (25. Dezember bis 6. Januar). Doch ich denke, man kann es auch früher oder später beginnen und es so abwandeln, dass es in den heutigen Alltag passt.

Rund um den Jahreswechsel sind solche kleinen Rituale einfach wohltuend. Wann nimmt man sich sonst die Zeit, um sich mit seinen Wünschen zu befassen? Zur Vorbereitung habe ich mir 13 Wünsche für das neue Jahr überlegt und auf kleine Zettelchen geschrieben. Dabei waren Wünsche aus dem Business, aus dem Privatleben, Wünsche die das Zusammenleben mit meinem Hund betrafen und meine Familie.

Dreizehn Wünsche sind ganz schön viele. Ich musste schon ein bisschen überlegen und an manchen Formulierungen feilen. Gerade wenn es sich nicht um materielle Dinge handelte, es um Zustände und Veränderungen ging, die ich herbeiführen will. Besonders rang ich damit, den einen oder anderen Wunsch zu notieren, von dem ich glaubte, dass er sowieso nicht in Erfüllung geht. Ich habe ihn dennoch aufgeschrieben.

Bei solchen Ritualen dürfen alle Wünsche auf’s Papier, es gibt kein Richtig oder Falsch. Es geht vielmehr um das Bewusstsein, das entsteht. Gerade die Wünsche, die einem am Herzen liegen, kommen erst nach und nach zu Papier. Deshalb ist es gut, dass es nicht drei sondern dreizehn Wünsche sind, die man für sich finden soll.

Die 13 Zettelchen habe ich zusammengefaltet auf einen großen Holzteller gelegt. Jeden Tag in den Weihnachtsferien, wenn Cosmo und ich uns für den großen Spaziergang am Nachmittag fertig machen, hole ich den Teller und Cosmo darf eines ziehen. Ich lese den Wunsch laut vor und verstaue ihn in der Hosentasche. Auf dem Spaziergang verbinde ich mich mit dem Wunsch und stelle mir vor, er hätte sich schon erfüllt. Ich spüre die guten Gefühle, Freude und Dankbarkeit darüber. Das Ziel unseres Spaziergangs ist dann ein Ort, an dem ich den Zettel verbrenne und gedanklich loslasse.

Es ist gar nicht so leicht bei Wind und Wetter einen kleinen Zettel mit Streichhölzern in Brand zu setzen. Am zweiten Tag hatte ich bereits eine ganze Schachtel davon aufgebraucht. Ab da verwendete ich ein Feuerzeug. Das funktioniert viel besser.

Den eigenen Hund dabei noch im Auge zu behalten, stellte ebenfalls eine Herausforderung dar. Cosmo hat es direkt mal wieder ausgenutzt, dass ich abgelenkt war und sich im Wald etwas Unappetitliches zu fressen besorgt. Jedenfalls bringt das Ritual ein bisschen Abwechslung und macht sowohl mir als auch meinem Hund sehr viel Spaß. Hunde stehen sowieso auf Rituale und Cosmo hat schon nach wenigen Tagen verstanden, was es bedeutet, wenn ich den Holzteller vom Tisch nehme.

Am Ende wird ein Zettel übrig sein. Diesen werde ich nicht verbrennen. Denn es wird meine Aufgabe sein, mir diesen letzten Wunsch selbst zu erfüllen. Ich bin schon sehr gespannt, welcher das sein wird.

Hast du auch ein Ritual für dich und deinen Hund zwischen den Jahren oder rund um den Jahreswechsel? Dann lass doch einen Kommentar da und schreib mir davon.