Endlich hat es aufgehört zu schneien und zu graupeln. Ich schnappe mir Cosmo und wir fahren raus auf die Felder, um eine Abendrunde in der untergehenden Sonne zu laufen. Kein Mensch weit und breit. Ich lasse Cosmo frei.

Doch so ganz reicht mein Vertrauen heute nicht. Der Abstand wird immer größer und meine Sorge wächst im gleichen Maße. Ich starte mal einen Test, ob er mich noch hört: „Cooooosmooo?“

Immerhin hat er die Ohren gespitzt. Aber jetzt will ich doch, dass er kommt und werde bestimmter: „Cossssmo. Hiiiier!“ und weil er nachfragt, geb ich zu verstehen, dass ich es wirklich so meine: „Cosmo, komm hiier her!!!“

Auf einmal sehe ich, dass wir doch nicht alleine sind. Auf dem nächsten Weg in etwa 50m Entfernung spaziert eine Frau gemütlich mit Pferd und Hund. Sie dreht sich um. „Mist! denk ich, „Sie hat mich gehört.“

Ihr Hund läuft frei, locker neben ihr. Die drei sehen so harmonisch aus und ich habe direkt einen Kloß im Bauch. Ja, ich weiß, ich sollte meinen Hund freundlicher rufen. Das kann ich auch, nur eben nicht immer.

Cosmo, mein Windhundmix, wackelt im Schneckentempo zu mir zurück. Nein, mein Hund und ich sind wirklich kein harmonisches Paar. Ich glaube, wir brauchen es auch gar nicht versuchen. Es wäre nicht echt. Das wäre nicht WIR.

Wir sind eben anders, jeder auf seine Art – und trotzdem sind wir total in Ordnung.