Am 1. September ist der Welttag des Briefschreibens oder auch World Letter Writing Day genannt. Handgeschriebene Briefe stehen dabei im Mittelpunkt. Der Tag möchte Menschen animieren, einen Brief an jemanden zu schreiben, der dies zu schätzen weiß. Als Kind hatte ich viele Brieffreundinnen. Mit einer schreibe ich bis heute, also seit fast 30 Jahren. Leider sind die handgeschriebenen Zeilen selten geworden und wir lesen von uns immer häufiger per WhatsApp oder E-Mail. Diese Brieffreundin hat mich vor Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass ich in meinen Briefen oft nur davon schrieb, was mich traurig macht und ärgert. Sie erinnerte mich daran, wie gut es mir geht und was ich in letzter Zeit alles erreicht hatte. Das war ein besonderer Moment. Danach habe ich angefangen, auf meine Worte zu achten und darauf, dass ich ihr auch von meinen Glücksmomenten, meinen Erfolgen und all dem schrieb, was in meinem Leben gut lief.

Als ich dann anfing als Hundecoach zu arbeitete, fiel mir auf, wie oft Hundehalter*innen von ihren Hundeproblemen erzählten und davon, was sie traurig macht und ärgert. Ich habe mir daher gedacht, wie schön es wäre, wenn genau diese Menschen einen Brief erhielten, in denen ihnen mal jemand schreibt, dass er sieht, was bei ihnen gut läuft und wie sie mit ihrem Hund persönlich wachsen. Dieser Brief war einer der ersten Blogartikel, die ich veröffentlicht habe und er fand auch Eingang in mein Buch Dein Hund – Deine Chance. Wie wir mit unseren Hunden persönlich wachsen. Heute am Welttag des Briefes habe ich ihn wieder hervorgeholt und ein wenig überarbeitet. Ich finde, es tut einfach gut, ihn zu lesen. Wenn du Briefe genauso gerne hast, wie ich, kannst du dir einfach vorstellen, dass dieser Brief für dich geschrieben wurde und heute in deinem Briefkasten lag:

Liebe Hundehalter*in,

täglich gehst du bei jedem Wetter mit deinem Hund spazieren. Er ist dir wichtig, denn mit wem würdest du sonst bei Wind und Regen freiwillig regelmäßig rausgehen? Ich beobachte euch schon eine ganze Weile und finde es wundervoll, wie ihr in der letzten Zeit zusammen und über euch hinaus gewachsen seid.

Am Anfang erinnere ich mich an den ständigen Kampf und immer wieder laute Diskussionen auf der Straße. Mittlerweile verständigt ihr euch durch feine Signale. Ich höre nur noch selten ein lautes Wort oder wütendes Gebell. Dafür höre ich dich hin und wieder beruhigende, nette Dinge zu deinem Hund sagen und wie ihr miteinander redet 😉 Sogar wenn etwas schief geht, schaffst du es, nicht mehr lange böse auf dich und deinen Hund zu sein. Deine Haltung hat sich verändert. Früher bist du rasch eingeknickt und mit hängenden Schultern weitergegangen. Jetzt läuft da eine aufrechte Frau/ein aufrechter Mann, die/der – wie ich erstaunt feststellen konnte – auch laut über sich selber lachen kann.

Weißt du eigentlich, wie viel du bereits erreicht hast? Vielleicht denkst du, dass ihr noch längst nicht am Ziel seid. Aber von hier, von meinem Fenster aus, sehe ich, ihr seid auf dem besten Weg dahin.

Ich wünsche dir viel Freude und immer mehr glückliche Momente mit deinem Schatz! Sei stolz auf dich, deinen Hund und auf das, was ihr beide bis heute erreicht habt.

Herzlichst

Anna

Workshop:
Dein Hund –
Deine Geschichte

Fokus: Storyhealing