Wir waren in den Rheinauen spazieren. Auf einem zugewachsenen Waldweg kam uns ein älterer Mann mit einem stämmigen Labrador entgegen. Obwohl der Hund an der Leine lief und nur wenige Schritte von ihm weg war, schrie er ihn an: „Hier!!!“ Doch der Dicke zog ihn immer näher zu uns.

Ich bedeutete meinem Mann, sich vor unseren Hund zu stellen. Dann flankierte ich ihn seitlich und wir bewegten uns zügig vorbei. Mein Hund blaffte kurz und hatte dann verstanden: Wir sind bei ihm. In Ruhe gingen wir weiter.

Nach ein paar hundert Metern meinte ich, eine Person nach ihrem Hund rufen zu hören. In dem Moment, als ich meinen Mann fragte, ob er das auch gehört hatte, drehte ich mich um und da rannte uns tatsächlich der Hund von vorhin hinterher. Fast hatte er uns schon erreicht.

Ich dachte nicht nach und schickte ihn weg, indem ich ihm einen Schritt entgegen trat und deutlich sagte: „Hau ab!“ Nicht böse oder ärgerlich, nur klar. Es funktioniert und er drehte ab. Fragte nicht mal nach.

Jetzt hatte ihn auch mein Hund gesehen und meinte, nochmal nachsetzen zu müssen. „Nix da! Voran!“ – „Okay“, sagte er.

Ich lachte aus ganzem Herzen und freute mich. Was für ein Erfolg. Für mich, meinen Hund, für uns. Mein Mann staunte, denn so hatte er mich noch nie erlebt: „Wie hast du das gemacht?“

– „Auf meine Art.“ 

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