„Darf mein Hund mit ins Büro?“ – In diesem Beitrag erfährst du, wann du diese Frage im Vorstellungsgespräch stellst und wie du deinen potentiellen Arbeitgeber davon überzeugst, dass du deinen Hund mit zur Arbeit nehmen darfst.

Hund im Büro erlaubt?

Du bist kurz davor, deinen Traumjob zu ergattern, hast viele Bewerbungen geschrieben und endlich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Doch bei der Vorbereitung auf das Interview stolperst du über einen wichtigen Punkt. Da wäre nämlich noch eine wichtige Sache: Du hast einen Hund! Wie sagst du deinem potentiellen Arbeitgeber am besten, dass du einen Hund hast?

Wie spricht man den Hund im Vorstellungsgespräch an?

Dein Hund ist dir wichtig und du solltest ihn bei der Arbeit nicht verstecken müssen. Auch wenn der neue Job deinen Interessen und Fähigkeiten entspricht und du damit deinen beruflichen Zielen näher kommen könntest, das wäre es nicht wert. Deine Arbeit wird einen großen Teil deiner Zeit in Anspruch nehmen und sollte daher zu deinem Leben passen. Daher steh bei der Jobsuche unbedingt zu dir und deinem Hund!

1. Nimm deinen Hund als Information in deinen Lebenslauf auf.

Ich habe immer wieder erlebt, dass zurückgehaltene Informationen wie z. B. Kind/er, Hund/e, nebenberufliche Selbstständigkeit, o.ä., die dann im Vorstellungsgespräch zur Sprache kamen, zu Irritationen und im schlimmsten Fall zur Absage geführt haben. Um das zu vermeiden, kannst du deinen Hund unter der Rubrik „Besondere Fähigkeiten & Interessen“ in deinem Lebenslauf aufnehmen. Hier kannst du auch noch mehr über dich schreiben.

Besondere Fähigkeiten & Interessen:  Hundeerziehung und -ausbildung

Mit deinem Lebenslauf kannst du ganz bewusst Informationen vermitteln, die dir wichtig sind und die dich als Persönlichkeit ausmachen. Du spielst mit offenen Karten. Wenn du deinen Hund im Lebenslauf benannt hast, kannst du dich auch im Vorstellungsgespräch darauf beziehen.

2. Erkläre den Hund zu deinem Kompetenzbereich.

Bei einem Job geht es selten nur um deine in der Schule oder im Studium erworbenen Kenntnisse. Dein potentieller Arbeitgeber möchte auch wissen, wer du als Mensch bist, ob du zum Team und zum Unternehmen passt. Im Vorstellungsgespräch geht es also neben deiner Fachlichkeit vor allem um dich, deine Stärken und Schwächen. Auch wenn die Stärken-Schwächen-Frage häufig nicht mehr so platt gestellt wird, wirst du sie auf die ein oder andere Weise beantworten müssen.

Vorurteilen gegenüber dem Thema Hund im Büro kannst du offensiv begegnen.

Manchmal wird der Hund im Arbeitskontext als Schwäche wahrgenommen. Es ist gut, wenn du darauf vorbereitet bist und Vorurteilen offensiv begegnen kannst. Du entkräftest sie am besten, indem du dein „Hobby Hund“ zum Kompetenzbereich erklärst, in welchem du wichtige Fähigkeiten erworben hast, die für die aktuelle Stelle hilfreich sind. Es reicht aber nicht zu sagen, dass du durch den Hund durchsetzungsfähig geworden bist oder an Führungsstärke gewonnen hast. Beschreibe es konkret anhand eines Beispiels, damit dein Gegenüber sich eine Vorstellung machen kann.

Hund im Büro: Welche rechtlichen Voraussetzungen gibt es?

Übrigens: Wenn du wisssen willst, wie die rechtliche Situation aussieht, empfehle ich dir den Artikel Hund am Arbeitsplatz auf www.fachanwalt.de. Hier findest du alle Rechte und Pflichten für Hundehalter*innen und auch, was du von Seiten deines Arbeitgebers erwarten kannst; was zu tun ist, wenn es ein generelles Hundeverbot gibt und wann die Mitnahme eines Hundes zur Kündigung führt. Gut zu wissen ist, dass auch im Büro das Tierschutzgesetzt gilt.

Du bist nicht allein! Es gibt schon Bürohund-Beauftragte in Betrieben.

Dass das Thema immer wichtiger wird und du nicht allein mit deiner Bewerbung mit Hund zeigt, dass der Bundesverband Bürohund e.V.  eine Ausbildung zum zertifizierten Integrationsexperten (m/w/d) bei der Zulassung von Bürohunden in Unternehmen anbietet. Ihre Aufgabe ist es, die Zulassung von Hunden im Unternehmen zu vereinfachen. Sie kennen die Vorgaben, beraten und begleiten Mitarbeitende. Gleichzeitig lernen sie, wie Hunde eine positive und leistungsfähige Unternehmenskultur fördert und wie sie diese Faktoren gezielt zur Fachkräftegewinnung nutzen können. Hör dir dazu unbedingt noch das Podcastinterview Warum der Bürohund ein Gewinn für das ganze Unternehmen ist an.

3. Bereite deine Fragen vor.

Wenn deine Bewerbung mit Hund Erfolg hatte und du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurdest, hast du schon die erste Hürde genommen. Im Vorstellungsgespräch wird es zunächst um deine fachlichen und persönlichen Voraussetzungen gehen. Vielleicht konntest du an der einen oder anderen Stelle schon eine deiner Stärken über eine Hundegeschichte vermitteln. Am Ende des Gesprächs fragen Arbeitgeber in der Regel, ob du noch Fragen hast. Jetzt ist deine Chance gekommen! Neben anderen inhaltlichen und organisatorischen Fragen zum Unternehmen, der Arbeitsstelle oder dem Team kannst du jetzt auch deine Fragen zum Hund stellen. Bist du dir unsicher, wie dein Gegenüber zum Thema eingestellt ist, frag am besten:

„Wie stehen Sie zum Thema Bürohund?“

Das Schöne an dieser Frage ist, dass es noch nicht direkt um eine Entscheidung geht. Dein Gegenüber hat Zeit, sich Gedanken zu machen und du auch. Ihr habt die Möglichkeit euch im Gespräch darüber zu verständigen, um was es geht. Wenn wir über den Hund reden, kann das für jeden etwas anderes bedeuten. Manchmal ist es unbedingt notwenig ganz konkrete grundsätzliche oder zeitlich begrenzte Vereinbarungen zu treffen und manchmal reicht es auch, wenn dein neuer Arbeitgeber auf diese Frage mit Offenheit reagiert und Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Falls du dir noch unsicher bist: Nutze ein Bewerbungscoaching!

Mit diesen Tipps schaffst du eine gute Ausgangslage, um zu erreichen, dass du deinen Hund mit ins Büro nehmen darfst. Dein Hund ist ein Teil deines Lebens. Er gehört zu dir. Du brauchst ihn im Vorstellungsgespräch nicht verstecken und darfst dich selbstbewusst präsentieren. Ich helfe dir im Bewerbungscoaching, wenn du dir noch nicht sicher bist, wie du das anstellen sollst.

Hast du den Hund schon mal im Vorstellungsgepräch angesprochen? Wie hat dein Arbeitgeber reagiert?