Ein Gastartikel von Jesse Reimann vom Hundeblog Happyhunde

Hunde haben ein anderes Schlafbedürfnis als wir Menschen. Das können wir allein daran festmachen, dass Hunde je nach Rasse und Alter bis zu 20 Stunden Schlaf pro Tag benötigen. Dabei werden Dösen, Ausruhen und der Tiefschlaf berücksichtigt.

Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten beim Schlafverhalten von Mensch und Hund. Leiden beide an Schlafmangel oder -störungen, kann das negative Folgen für den Alltag und die Gesundheit nach sich ziehen.

In diesem Artikel geht es um das Thema Schlaf bei Hunden. Du bekommst nützliche Infos zu Schlafverhalten und Schlafbedürfnis des Hundes. Außerdem geht es um die Frage, ob Hunde träumen können, was sie träumen und weitere Fragen zum Schlaf des Hundes.

Welche Schlafarten gibt es bei Hunden?

Wie beim Menschen auch gibt es bei Hunden unterschiedliche Schlafphasen. Die meiste Zeit des Tages befinden sich Hunde nur in einem seichten Schlaf. Die Tiefschlafphasen dauern bei ihnen etwa sechs bis acht Stunden pro Tag.

Wie der Mensch setzt auch bei Hunden im Schlaf die sogenannte REM-Phase (Rapid Eye Movement) ein.

Wie viel Schlaf brauchen Hunde?

Hunde brauchen weitaus mehr Schlaf als wir Menschen, um sich gesund und ausgeglichen zu fühlen. Zwischen 17 und 20 Stunden Ruhezeit am Tag solltest du deinem Vierbeiner gönnen. So hat er genügend Schlaf, was auch für die Gesundheit des Hundes sehr wichtig ist.

Können Hunde träumen?

Man kann nicht zu hundert Prozent davon ausgehen, dass Hunde träumen. Allerdings sind viele Wissenschaftler davon überzeugt, dass Hunde während der REM-Phase träumen. Dafür gibt es verschiedene Anzeichen, die darauf hindeuten, was später in diesem Artikel erläutert wird.

Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass große Hunde nicht ganz so häufig träumen wie kleinere Rassen. Dafür dauern die Träume kleinerer Hunderassen nicht ganz so lange an.

Was wir jedoch nicht wissen ist, was Hunde während und nach ihres Traums fühlen und ob sie sich daran erinnern werden. Das Hundebewusstsein ist so gut wie nicht erforscht, da Wissenschaftler derzeit nicht dazu in der Lage sind.

Was träumen Hunde?

Hunde träumen vermutlich das, was sie in ihrem Alltag erleben und verarbeiten durch das Träumen ihre Eindrücke.

Wissenschaftler untersuchten das Schlafverhalten von Hunden und stellten fest, dass Hunde, die in den durchgeführten Versuchen schlafwandelten, ganz unterschiedliche Dinge taten. Wachhunde tendierten dazu, imaginäre Eindringlinge zu jagen, Jagdhunde versuchten im Schlaf Wild aufzustöbern oder zeigten jagdtypisches Verhalten.

Dies lässt darauf schließen, dass Hunde unterschiedliche Dinge träumen und je nach Individuum unterschiedliche Dinge im Traum erleben.

Haben Hunde Albträume?

Da Träume dazu dienen, die Erfahrungen des Tages zu verarbeiten, ist es sehr gut denkbar, dass Hunde auch von unangenehmen Dingen träumen.

Oft winseln oder fiepsen Hunde dann im Schlaf. Hat dein Hund häufige Albträume, ist auch ein gesundheitlicher Auslöser möglich. Ein Besuch beim Tierarzt kann hier Gewissheit verschaffen.

Sollte ich einen Hund während des Schlafes wecken?

Grundsätzlich solltest du deinen schlafenden Hund nicht stören oder wecken, besonders, wenn er sich gerade in einer intensiven Traumphase befindet.

Es gibt Hunde, die reflexartig um sich schnappen, wenn sie aus einem Albtraum aufgeweckt werden. Auch wenn dein Hund das auf keinen Fall tun würde, braucht er seine Erholungsphase, um am nächsten Tag wieder fit zu sein.

Falls es gar nicht anders geht und du deinen Hund aus dem Schlaf reißen musst, versuche, ihn mit dem Geruch von Leckerlis oder etwas besonders Köstlichem aus dem Traum zu holen. Die Nase des Hundes ist oft im Schlaf noch aktiv, sodass du deinen Hund auf diese Weise sanft aus dem Schlaf holen kannst. Versuche, den Hund möglichst ruhig und behutsam zu wecken. Am besten wartest du, bis er seinen Traum durchlebt hat, was meistens auch gar nicht so lange dauert.

Woran erkenne ich, dass mein Hund träumt?

Das Zucken der Hundepfoten ist ein Zeichen dafür, dass dein Hund träumt. Wird der Traum intensiver, bewegen sich oft die Beine des Hundes und er rennt im Schlaf regelrecht.

Zittern ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich dein Hund in einem Traum befindet.
Einige Hunde knurren, fiepsen oder heulen im Schlaf. Dies sind weitere klare Signale dafür, dass der Hund sich in der Traumphase befindet.

Schlafstörungen beim Hund

Schlaflosigkeit beim Hund deutet sehr oft auf ein gesundheitliches Problem hin. Eventuell hat der Hund körperliche Schmerzen und kommt deshalb nicht zur Ruhe. Auch Stress und Angstzustände können zu Schlafproblemen führen.

Auf Dauer ist ein gesunder und erholsamer Schlaf für Hunde sehr wichtig. Ohne ihn kann es zu einem erhöhten Risiko für Krankheiten kommen und auch Reizbarkeit und Überdrehtheit sind häufige Symptome. Daher solltest du, wenn dein Hund unter Schlafproblemen leidet, auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen.

Tipps für einen gesunden und ausgewogenen Schlaf

Achte darauf, dass dein Hund jeden Tag genügend Schlaf- und Ruhezeiten bekommt. Plane diese mit ein und versuche nach Möglichkeit, den Hund nicht zu stören, während er schläft.

Genügend Auslastung, Beschäftigung und Bewegung während der restlichen Tageszeit sind wichtig, damit der Hund sich später an seinem Ruheplatz richtig gut entspannen kann.

Ein Schlafplatz an einem ruhigen, nicht zugigen Ort ist optimal. Hier weiß der Hund, dass er seine Ruhe hat, wenn er sie braucht. Eine gemütliche Decke oder ein flauschiges Kissen machen den Schlafplatz deines Hundes zu einem bequemen Ort, an dem er sich gerne entspannt.

Ein sicheres, nicht zu hektisches Umfeld fördert ebenfalls den erholsamen Schlaf des Hundes.

Fazit

Wie wir Menschen können auch Hunde träumen und durchleben während des Schlafes verschiedene Phasen. Auch sie verarbeiten im Traum die unterschiedlichsten Erfahrungen. Daher ist anzunehmen, dass Hunde sowohl positive als auch negative Traumerlebnisse haben. Die Signale des Hundes geben oft Aufschluss darüber, ob es sich um einen schönen oder eher unangenehmen Traum handelt.

Achte darauf, dass dein Hund genügend Schlaf bekommt. Sollte er unter Schlafproblemen leiden, nimm diese ernst und lass deinen Hund besser von einem Tierarzt untersuchen.

Gesunder Schlaf ist für Hunde wie für uns Menschen von enormer Bedeutung.

Quelle:

Coren, Stanley. Können Hunde träumen. Kynos 2013

Untersuchungen zu Schlafstörungen beim Hund:

Nishino, S., Riehl, J., Hong, J., Kwan, M., Reid, M., & Mignot, E. (2000). Is narcolepsy a REM sleep disorder? Analysis of sleep abnormalities in narcoleptic Dobermans. Neuroscience research, 38(4), 437-446.

Bonnet, M. H., & Arand, D. L. (2003). Clinical effects of sleep fragmentation versus sleep deprivation. Sleep medicine reviews, 7(4), 297-310.