Gerade zur Urlaubszeit sieht man auf Instagram viele schöne Bilder von glücklichen Hundehalter*innen, die mit ihren Hunden in den Bergen wandern, am Meer abhängen oder Städte besuchen. Es ist wirklich toll, zu sehen, dass Hunde an vielen Orten willkommen sind. Mittlerweile haben sogar Hotels und Ferienhäuser den Bedarf erkannt und sich auf Hundehalter*innen eingestellt. Gibt es dann überhaupt noch einen Grund, den Urlaub ohne Hund zu verbringen?

„Urlaub?! – NICHT ohne meinen Hund“

Ja, es gibt gute Gründe für einen Urlaub ohne Hund, auch wenn darüber kaum jemand spricht und das weit verbreitete Credo in der Hundewelt lautet: „Urlaub?! – NICHT ohne meinen Hund.“ Dabei gibt es viele Menschen, die sich alleine um ihren Hund oder ihre Hunde kümmern, die auch mal ein Recht auf Erholung haben. Unabhängig davon ist es mit manchen Hunden nicht möglich, entspannt zu reisen und nicht jede Reise ist für einen Hund so ohne Weiteres zu empfehlen.

Ein Urlaub mit Hund ist nicht gleich ein Urlaub für den Hund.

Mancher Hund würde vielleicht lieber auf den Stress verzicht, z. B. wenn er unter Reisekrankheit (Übelkeit und Erbrechen im Auto) leidet oder stundenlang mit Rückenschmerzen in der Box im Auto sitzen muss. Seine Vorstellungen von einem Hundeurlaub sähen bestimmt anders aus. Wenn wir einen Urlaub mit unserem Hund planen, dann müssen wir auf jeden Fall seine individuellen Bedürfnisse miteinbeziehen und gesundheitliche Risiken vermeiden.

Ich brauche mal Urlaub von meinem Hund.

Für manche/n Hundehalter*in bleibt dabei während eines Urlaubs mit dem Hund die Erholung auf der Strecke. Vor allem dann, wenn man schon im Alltag mit dem Hund stark beansprucht ist und die Situation an einem fremden Ort zu zusätzlichen Schwierigkeiten führt. Sind wir dann Hunde-Rabeneltern, wenn wir den Hund im Urlaub zu Hause lassen?

Bin ich eine „Hunde-Rabenmutter“?

Ich denke nicht. Im Gegenteil halte ich es für eine weise Entscheidung, Urlaub ohne deinen Hund zu machen und ich kann es so gut verstehen, wenn du denkst: „Ich brauche mal Urlaub von meinem Hund.“ Es gibt einfach Zeiten, in denen wir für uns sein wollen und uns mal nur um uns selbst kümmern müssen. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Selbstfürsorge.

Urlaub heißt für mich …

Für mich bedeutet Urlaub, wenn ich in meinem Rhythmus leben darf und nur für mich verantwortlich bin. Mein Alltag ist geprägt von den Bedürfnissen meines Hundes, seinen Gassi- und Futterzeiten. Selbst wenn ich mal allein unterwegs bin, dann immer mit dem Blick auf die Uhr, weil ich weiß, mein Hund wartet zuhause. Nur im Notfall habe ich Unterstützung. Die meiste Zeit kümmere ich mich alleine um ihn. Ich mache das gerne, es gibt mir viel.

Was würdest du gerne mal wieder machen – ohne deinen Hund?

Doch ich war schon ewig nicht mehr im Freibad schwimmen, in der Sauna, einen Stadtbummel machen, eine Wanderung in der Bergen (die ihn mittlerweile überfordern würde), im Buchladen stöbern, im Kunstmuseum und danach noch im Café. Mir fallen schon noch Dinge ein, die ich ohne ihn gerne mache, bei denen ich auftanke und mich erhole. Dir nicht?

Wie ich entspannt ohne meinen Hund in Urlaub fahren kann

Während ich meinen Urlaub genieße, muss ich wissen, dass es meinem Hund gut geht und dass er seinen Urlaub – von mir (meinen Gassi- und Futterzeiten, dem 24/7 Job …) – genießen kann. Zum Glück habe ich eine Hundebetreuung, die mir genau dieses Gefühl gibt. Doch das war nicht immer so. Wir haben auch andere Hundepensionen und Hundetagesstätten (Hutas) ausprobiert bis wir die für uns passende gefunden haben.

Wenn mein Hund Urlaub von mir machen kann.

Ich habe z. B. mal eine Huta ausprobiert, in der Hunde in großen Zwingern in Gruppen gehalten wurden und immer wieder mal zum Spielen auf den Hundespielplatz durften. Das war für Cosmo gar nichts. Nach dem Probetag habe ich ein Nervenbündel abgeholt. Diese Huta à la Robinson Club mit Animationsprogramm war überhaupt nichts für ihn. Da sind wir uns schon ähnlich. Meinen Urlaub verbringe ich auch lieber im „Erwachsenen-Hotel“. Es muss einfach stimmen – für die Menschen und die Hunde.

Unser Urlaub ist mir etwas wert.

Aus diesen Erfahrungen weiß ich, dass es für Cosmo gut ist, wenn er im Haus individuell betreut ist, er täglich Strecke machen kann, seine Ruhe hat, es klare Regeln gibt und die Person, die ihn betreut, Hundetrainerin ist. Cosmos Hundebetreuung ist dadurch im Gegensatz etwas teurer, doch sein Urlaub ist mir etwas wert. Schließlich kann ich nur dann entspannt in Urlaub gehen, wenn ich ihn dort auch vertrauensvoll abgeben kann.

Mach auch mal Urlaub – ohne Hund!

Ich würde mir mehr Insta-Posts wünschen von Hundehalter*innen, die auch mal Zeit ohne ihren Hund verbringen, die zeigen, dass es geht, dass es sogar manchmal notwendig ist. Mach mal Urlaub ohne Hund! Es tut so gut, kann ich nur sagen. Uns beiden. Zwar fällt mir jedes Mal der Abschied von meinem Hund schwer, dafür ist unser Wiedersehen umso schöner.