Seit ich die Sachkundeprüfung für Hundeverhaltensberater*innen gemacht habe, werde ich immer wieder gefragt, wie ich das geschafft habe. Hier kommen also meine besten Strategien: 

Am Anfang war die Lerngruppe

Rückblickend haben wir in der „Lerngruppe“ alles andere gemacht als zu lernen. Aber genau das war der Anlass, den es brauchte, sich zu treffen und es tat einfach gut, mich mit einer Gleichgesinnten auszutauschen. Wir haben zusammen Hundebücher besorgt, Lernmaterialien gesammelt und überlegt, wie wir die Prüfung am besten angehen können. Ohne meine Lernpartnerin wäre ich bestimmt nicht losgegangen und ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die mir unsere Lerngruppe war.

Die Hysterie in Internetforen ignorieren

Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, an Prüfungen und Klassenarbeiten, dann erinnere ich mich auch an Schulkameradinnen, die jedes Mal völlig hysterisch wurden. Genauso kommt mir auch die Diskussion in Internetforen zum Sachkundenachweis für Hundetrainer und Hundeverhaltensberater vor. Mir hat, wie damals in der Schule, geholfen, mich davon sehr stark abzugrenzen.

Mich mit Menschen umgeben, die mir Mut machen

Meine Erfahrung ist, dass die Szenarien, die dort aufgebaut werden, wenig mit meiner Realität zu tun haben und wie ich Prüfungen erlebe. Trotzdem machen mich solche Menschen kirre und ich bin empfänglich für ihre Energien. Ich bin selbst meine größte Kritikerin. Daher habe ich mich nur mit Menschen verbunden, die mir mein Vorhaben zutrauten und mir Mut machten. 

Den Antrag auf den Sachkundenachweis vor der echten Lernphase stellen 

Auch wenn wir uns schon ein knappes halbes Jahr in unregelmäßigen Abständen zur Lerngruppe getroffen haben, hatten wir bis dato noch keinen definitiven Prüfungstermin. Den wollten wir dann stellen, wenn wir bereit für die Prüfung waren. Weil wir in der Lerngruppe so viele andere, wichtige Dinge zu besprechen hatten, hatten wir aber noch nicht mit dem eigentlichen Lernen begonnen und fühlten uns deshalb noch längst nicht bereit dafür. Langsam wurde mir bewusst, dass ich den Antrag auf die Sachkundeprüfung vor der echten Lernphase stellen musste. 

Den richtigen Zeitpunkt für sich definieren 

Die Entscheidung für den richtigen Zeitpunkt, wann ich den Antrag auf den Sachkundenachweis stellen werde, habe ich kurz darauf für mich getroffen. Es fiel mir ehrlich gesagt nicht leicht, weil ich gemerkt habe, dass meine Lernpartnerin noch Zeit braucht. Kennst du das auch, dass du aus Rücksicht auf die Gefühle anderer, deine eigenen Ziele hintenanstellst? Das war so ein Moment. Tief in meinem Inneren wusste ich aber, jetzt ist für mich der richtige Zeitpunkt. 

Alleine weiter gehen 

Manchmal geht man zusammen los in die Richtung des gleichen Ziels und merkt unterwegs, dass man sich nur ein Stückweit begleiten kann. Mir war wichtig, meine berufliche Entscheidung lösgelöst von der Freundschaft zu betrachten und das genauso mit meiner Lernpartnerin zu besprechen. Sie meinte nur: „Ohne dich, wäre ich auch noch nicht auf dem Weg.“ Das war mein Go. Ab hier ging ich alleine weiter. 

Die Bewerbung als Hundecoach 

Für den Antrag auf den Sachkundenachweis muss man eine Übersicht über alle Ausbildungen und Hundeseminare erstellen, die man gemacht hat. Darüber hinaus werden ein Anschreiben und eine Darstellung über die geplanten Tätigkeiten verlangt. Mich erinnerte das sehr an eine Bewerbung. Ich beschloss, dass ich die Unterlagen auch genauso aufbauen würde und schrieb meine erste Bewerbung zum Hundecoach. 

Bestätigungen sammeln

Mir hat es riesig Spaß gemacht, meine Bewerbung als Hundecoach zu schreiben und dazu alle meine Hundeseminare, Hundetrainerpraktika und Hundeerfahrungen zusammenzutragen. Es kam eine ganze Menge zusammen. Das hätte ich vorher gar nicht gedacht. Diese Bewerbung war für mich die Bestätigung dafür, dass ich schon lange auf meinem Weg als Hundecoach bin und dass der Sachkundenachweis für Hundeverhaltensberater*innen nur der logische, nächste Schritt ist. 

Schöne Lernmaterialen

Lernen für die Sachkundeprüfung umfasste mehr als das Studium der Hundebücher, das Erstellen von Aufschrieben oder die Beantwortung von Prüfungsfragen. Es fing damit an, mir einen Ordner zu besorgen und ein Register mit den Prüfungsthemen anzulegen. Ich kaufte mir Karteikarten in verschiedenen Farben und einen schönen Collegeblock. Mein Bücherregal sortierte ich neu, holte meine Hundebücher nach vorne und bestellte mir neue. Ich liebte meine Lernmaterialien und beschäftigte mich gerne damit. Hin und wieder gönnte ich mir auch einen Strauß frischer Blumen zur Motivation, den ich mir auf meinen Schreibtisch stellte. 

Ein Lernplatz ohne „Arbeit“ 

Zum Lernen gehörte für mich unbedingt ein Lernplatz, an dem ich möglichst ungestört sein konnte, an dem ich keine „Arbeit“ sah und an dem mich wenig ablenkte. Auf diesem Tisch stand kein Computer, sondern lediglich mein selbst erstellter Prüfungsordner, die Fachbücher und meine Schreibutensilien. Ich war beim Lernen offline und ließ mein Handy außer Reichweite.

Ein Ideenbuch für Gedankenblitze 

Dennoch kreisten in meinem Kopf weiterhin Ideen für Blogartikel, Angebote, Buchkonzepte und vieles mehr, die mich vom Lernen abhielten. Ich schrieb sie kurzerhand in ein Ideenbuch und gab ihm den Titel „Nach dem 11er“. Es lag immer griffbereit auf meinem Schreibtisch. Alle Gedankenblitze, die ich während des Lernens hatte, kamen direkt dort hinein. Es entspannte mich, zu wissen, dass meine Ideen auf diese Weise nicht verloren gingen und ich freute mich schon, sie alle nach der Prüfung abzuarbeiten. 

Lern-Rituale

Meine tägliche Lernzeit betrug am Anfang wochentags im Schnitt neunzig Minuten und ich lernte meistens zur gleichen Zeit. Auf diese Weise kam ich in einen guten Rhythmus. In meiner Lernzeit verschaffte ich mir zunächst einen Überblick über die Themen, dann erarbeitete ich sie anhand der Bücher und abschließend beantwortete ich zur Übung die Prüfungsfragen schriftlich. Diesen Ablauf durchlief ich mehrmals. Das half mir auch, mich nicht in Details zu verlieren.

Die Anmeldung für den DOQ-Test Pro selbst bestimmen

Nachdem mein Antrag auf den Sachkundenachweis eingegangen war, erhielt ich von meinem Ansprechpartner beim Landratsamt eine Liste mit Büchern und Fragen zur Vorbereitung. Seine Aussage war: „Melden Sie sich, wenn Sie den DOQ-Test Pro machen wollen!“ Schon wieder ging es darum, den Zeitpunkt selbst zu bestimmen. Darin hatte ich ja mittlerweile schon Übung. Ende Februar meldete ich mich für den DOQ-Test Pro an und konnte zwei Wochen später zur Prüfung gehen. 

Den Fokus in stürmischen Zeiten halten

Mein DOQ-Test Pro war in der Woche, in der die Corona-Krise in Deutschland begann und alle Welt mit den sich ständig verändernden Richtlinien zur Verhinderung der Ausbreitung beschäftigt war. Es kam mir sehr unwirklich vor, in dieser Zeit die Sachkundeprüfung abzulegen und ich wollte das Vorhaben schon auf Eis legen. Ich erinnerte mich daran, das die Corona-Krise nur ein Beispiel für die Stürme im Außen ist, die einen irritieren, bremsen oder ganz davon abhalten können, persönliche Ziele aktiv anzugehen und sein Leben selbstverantwortlich zu gestalten. Daraufhin schaffte ich es, meinen Fokus zu halten und auch den zweiten Teil der Sachkundeprüfung anzugehen. 

Die Prüferin kennenlernen 

Die Schwerpunkte im Fachgespräch können je nach Prüfer*in etwas anders liegen. Das wird oft am Fachgespräch kritisiert. Doch in der Schule oder an der Uni ist das genauso. Nur kennen wir dort unsere Lehrer*innen und Professor*innen schon ein bisschen besser und lernen sie nicht erst in der Prüfung kennen. Es gibt viele Möglichkeiten, die Prüfer vorab einmal zu treffen. Bei mir war es so, dass ich per Zufall meine Prüferin für ein Podcastinterview angefragt hatte, so haben wir uns kennen gelernt. Auf diese Weise bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wer einem in der Prüfung gegenübersitzen wird, was demjenigen wichtig ist und auf welche Themen man sich entsprechend gut vorbereiten sollte. 

Hundeprobleme lösen auf meine Art 

Bei der Vorbereitung auf das Fachgespräch ging es für mich darum, meine Rolle als Hundecoach zu klären und mein Vorgehen in der Arbeit mit Hund und Mensch zu reflektieren. Ich schrieb auf, wie ein Hundecoaching bei mir abläuft und wie ich Hundehalter*innen berate. Dabei entstand ein immer deutlicheres Bild davon, was ich genau mache und was mich von anderen Hundetrainern unterscheidet. Diese Erkenntnisse waren sehr wertvoll für mich und halfen mir, im Fachgespräch strukturiert vorzugehen. 

In die Rolle der Schülerin schlüpfen 

Mir hat in der Vorbereitung auf das Fachgespräch geholfen, dass ich bewusst in die Rolle der Schülerin geschlüpft bin, die etwas lernen will und jegliche Anlässe – auch die Prüfung selbst – dafür nutzen will. Im Fachgespräch nahm ich mir vor, Kritik konstruktiv anzunehmen, sie als Vorschlag zu sehen, wie es anders gehen könnte, neugierig zu sein, was ich noch von der Prüferin lernen könnte. Ich stellte mir vor, dass wir beide ein gemeinsames Ziel haben: Die Welt für Hund und Mensch ein bisschen besser zu machen. 

Erfolge sichtbar machen und feiern 

Nach dem ersten Teil – dem DOQ-Test Pro – ging ich ganz schnell zur Tagesordnung über. Bis mich eine Freundin anrief, die nicht wusste, dass ich an diesem Tag die Prüfung hatte. Sie gab mir ganz viel Wertschätzung, war so stolz auf mich, freute sich total, dass ich den ersten Meilenstein geschafft hatte und ermunterte mich zu feiern – auch wenn ich dachte, dass dafür jetzt nicht die Zeit ist. 

Geteilte Freude ist doppelte Freude 

Erfolge feiern ist unglaublich wichtig. Es geht nicht darum, zu protzen und anzugeben, sondern inne zu halten, dankbar zu sein. Mit anderen zusammen Erfolge zu feiern, macht so viel Spaß, weil sich die Freude vervielfältigt. Dabei wird ganz viel positive Energie frei. Ich finde, wie feiern unsere Erfolge viel zu wenig und muss mir dabei auch an die eigene Nase fassen. Wenn du den Sachkundenachweis machst, dann lass es mich wissen. Ich will mich mit dir freuen!

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Artikel ein bisschen Mut machen, den Sachkundenachweis für Hundeverhaltensberater*innen anzugehen und die Prüfung zu machen. Gerne unterstütze ich dich auch mit einem Coaching, deine Bewerbung als Hundecoach zu erstellen, deine Prüfungsangst zu überwinden, dir die Sachkunde mit Freude anzueignen und deine eigenen Strategien zu entwicklen.