Die Idee zu meiner Reise nach Schwedisch Lappland hatte ursprünglich gar nichts mit Hunden – in diesem Fall Huskies – zu tun. Mein großer Traum war schon lange, einmal die Polarlichter zu sehen. Und diese zeigen sich nun mal am Besten im hohen Norden und da bevorzugt im Winterhalbjahr. Da ich schon einige Male in Südschweden und auf Gotland unterwegs war, hatte ich einen Schweden-Newsletter abonniert. Und in diesem Newsletter erfuhr ich von einer Reise nach Schwedisch Lappland zu den Polarlichtern. Reisezeitpunkt war Ende Dezember, geplant waren Langlauf- und Schneeschuhtouren in einer kleinen Gruppe, einfache Unterbringung in einem Naturschutzgebiet.

Mein Traum war es: einmal die Polarlichter zu sehen

Obwohl es gerade mal März war, habe ich die Veranstalter angeschrieben und gefragt, ob es noch Plätze gäbe. Gab es. Auf der Homepage las ich von einer kleinen Hütte am See, in der ein paar Tage Verlängerung möglich wären.

Ich hatte keine Vorstellung davon, wohin die Reise ging.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine, wirklich gar keine Vorstellung, wohin die Reise ging. Es war mir nicht klar, dass ich mich im tiefsten Winter in der Nähe des Polarkreises befinden würde, dass ich von dem See gar nichts sehen würde, da dieser nämlich unter Tonnen von Schnee und Eis verborgen war. Ich hatte keine Ahnung davon, dass die Temperaturen locker mal auf weniger als 30° fallen können. Minus!

Meine Freunde reagierten fassungslos.

Ich wollte da einfach hin, wollte die Polarlichter sehen, noch ein paar Tage irgendwo dranhängen, weil sonst die Anreise zu aufwändig und anstrengend war. Die Hütte war tatsächlich nicht mehr frei, aber eine der Organisatorinnen – Katharina – schrieb mir, dass sie ein Gästezimmer frei hätten und dass sie gerade meine Homepage angeschaut hätte und es schön fände, wenn ich mir ihre Hunde mal ansehen könnte. Ich hab ohne zu zögern zugesagt und dann das Thema ad acta gelegt.

„Spinnst Du eigentlich?“

Irgendwann als ich meine Silvesterreise Freunden gegenüber erwähnt habe, reagierten diese völlig fassungslos:„Spinnst Du? Du magst die Kälte nicht, Du magst die Dunkelheit nicht und Du hasst Gruppenreisen. Und Schnee, und Skilaufen sowieso! “ Tja, damit hatten sie total recht, aber ich wollte diese Reise unbedingt machen.

Es wurde die schönste Reise meines Lebens.

Ich schreibe nicht ausführlich, wie sich die Panik langsam einschlich, als der Reisezeitpunkt näher rückte und wie ich mich quasi täglich fragte, wie um Himmels willen ich so einen Tripp buchen konnte. Fakt ist, es wurde die schönste Ferienreise meines Lebens.

Das Leben auf der Huskyfarm: Eine positive Ausnahme!

Ich lernte das Leben auf einer Huskyfarm kennen. Ich hatte (habe ich auch heute noch) große Bedenken gegenüber den Huskyrennen und der Art der Haltung in den Kennels. Aber ich habe Katharina und Johanna und ihre Hunde von 8seasons huskies kennengelernt und war begeistert. Ich denke aber auch, dass diese beiden und ihr Umgang mit den Hunden eine positive Ausnahme sind.

„Kannst Du unsere Schlittenhunde vor dem Rennen homöopathisch unterstützen?“

Katharina wollte mit acht ihrer Huskies an einem Schlittenhundrennen teilnehmen und die Idee war, ob ich sie homöopathisch körperlich und mental dabei unterstützen könnte. Wir hatten an sich nur noch vier gemeinsame Tage und die haben wir intensiv genutzt. Katharina hat mir so viel wie möglich über die Hunde erzählt, ihre Besonderheiten, ihre Stärken, ihre Schwächen und ich habe sie nacheinander behandelt. Mit Lasertherapie, mit Stresslösung und natürlich mit Homöopathie. Es würde den Rahmen sprengen, das genau zu beschreiben, aber überwältigend war tatsächlich die Behandlung einer Hündin, die vorher nicht sehr zugänglich war und auch nicht sehr ausgeglichen. Sie war danach wie verwandelt, viel offener und fröhlicher.

Ich habe jeden einzelnen Hund ins Herz geschlossen.

Ich war überwältigt von der Art der Hunde, jede/r so einzigartig, manche vorsichtig und ängstlich, manche sehr anschmiegsam und habe jede/n einzelne/n ins Herz geschlossen. Ich bin sehr erfüllt nach Hause gereist und war bereits zwei Monate später wieder auf dem Weg nach Överkalix für die Folgebehandlungen. In der Zwischenzeit hat mich Katharina über alle Veränderungen und Entwicklungen der Hunde per mail und Telefon auf dem Laufenden gehalten.

Die Hunde reagierten unmittelbar auf die homöopathische Behandlung.

Auffallend war für mich tatsächlich, dass die Hunde sehr unmittelbar auf meine Behandlung reagiert haben. Das erlebe ich hier meistens hier nicht ganz so intensiv. Ich denke, dass es natürlich auch mit der Umgebung und der wenigen Ablenkung von außen zu tun hat. Da ist nichts mit Stress und massig  Autoverkehr und Lärm. Da ist einfach Ruhe, Natur, rausgehen, gefordert und gefördert werden auf eine liebevolle und sehr konsequente Art.

Zu den Behandlungen haben wir die Hunde einzeln ins Haus geholt, das war schon spannend zu erleben, wie sie sich in einem quasi fremden und neuen Umfeld verhalten. Inzwischen gab es vier Welpen. Ich war direkt schockverliebt und sehr begeistert zu sehen, wie diese Kleinen mit ihrer Umgebung vertraut gemacht wurden und sich entwickelten.

Im Sommer reiste ich wieder nach Miekojärvi.

Das dritte Mal bin ich dann im Sommer wieder nach Miekojärvi gereist, diesmal etwas länger und habe die Arbeit mit Ferien verbunden. Das war sehr entspannend und inzwischen fühlt es sich schon an, wie nach Hause zu kommen.

In Schwedisch Lappland bin ich im Moment, im Leben, bei den Hunden.

Der Aufenthalt in Schwedisch Lappland und die Arbeit mit den Hunden ist für mich jedesmal eine Zeit, in der ich mich auch rückbesinnen kann, in der ich frei bin von Ablenkung, meine Gedanken ab dem ersten Tag nicht mehr in Endlosschleife laufen und ich nur noch im Moment, im Leben, bei den Hunden bin. Und natürlich bei Katharina und Johanna, die für mich Freundinnen sind, an deren Leben ich Anteil nehme und mich gerne austausche; von denen ich viel gelernt habe und es immer noch tue; bei denen ich mich aufgehoben fühle. Ich bin glücklich darüber, dass es Menschen wie sie gibt, die einen so guten Umgang mit ihren Tieren haben und diesen eine so hohe Wertigkeit geben.

Schön, dass es Mensch wie sie gibt, die einen so guten Umgang mit ihren Tieren haben.

Inzwischen ist das Rudel auf über 30 Tiere angewachsen, es gab noch zwei weitere Würfe, ziemlich parallel und das war eine echte Herausforderung. Ganz und gar nicht vergessen darf ich aber meinen absoluten Liebklingskater Dino (ich hoffe, mein Kater Jomo wird das nie lesen… aber in Deutschland hat er ja diese Position). Ich bin jedesmal auf‘s Neue fasziniert, wie er sich als einziges Katz unter all den Hunden dem Leben stellt und sich behauptet. Hut ab! Aber über den könnte ich jetzt grade nochmal einen extra Bericht schreiben. 

Willst Du auch nach Schwedisch Lappland und auf der Husky-Farm mitarbeiten?

Wenn Du jetzt denkst: „Ach da würde ich auch gerne mal hinreisen.“ oder „Da würde ich gerne mal mit arbeiten.“ Das geht! Und ich kann es nur von ganzem Herzen empfehlen. Es gibt die Möglichkeit, Praktika zu machen und wer mag, kann von Katharina alles erfragen und erfahren, was mit den Huskies, mit Schwedisch Lappland und überhaupt zu tun hat. Katharina und Johanna lieben ihre Hunde und ihr Leben in Miekojärvi über alles und das spürt man. Zeit dort zu verbringen rückt für mich das Leben immer wieder ein Stück weit ins richtige Lot und zeigt mir, was wichtig ist und was ich auch mal sein lassen kann. Nicht sein lassen kann ich, regelmäßig meinen Rucksack zu packen und in den Norden zu reisen. Zu den Menschen und den Hunden und dem Kater. Da geht nix drüber. Ende August geht es wieder hin. Endlich.

Von hier aus eintauchen in die Welt der Husky-Farm ist leicht möglich über die Website und auf Instagram mit vielen Beiträgen und Videos, die das Leben dort zeigen, wie es ist.