Dieser Post erschien erstmals im Rahmen der Blogparade #Konflikte als Chance von Christina Wenz. Christina ist wie ich Mediatorin. Ihr Herzensthema ist die Mediation rund ums Tier.

Christinas Aufruf kommt genau zur rechten Zeit. Denn so langsam kann ich die Posts nicht mehr sehen, geschweige denn lesen, in welchen es um die bösen Radfahrer, die verantwortungslosen Eltern, die Darf-ich-mal-streicheln-Kinder, die Laissez-Faire-Hundebesitzer, die Aggro-Jogger, die Häufchen-Hinterlasser, die Laientrainer, die Wattebäuschler, die Leckerlie-Fraktion, die Kyno-Phobiker, die Hundesteuer … oder sonstwen geht, der dir das Leben als Hundebesitzerin schwer macht.

Die Welt ist ein fieser Ort für Hundebesitzer.

Wo man als Hundeblogleserin auch hinsieht, man kommt um das Thema „Intoleranz gegenüber Hundehaltern“ derzeit nicht drum herum. Und ja, im ersten Moment denke ich, die Welt ist ein fieser Ort für uns. Natürlich kenne ich Hundebegegnungen, in welchen die geäußerte Bitte nach Rücksichtnahme ungehört bleibt, der Adrenalinspiegel bei Hund und Mensch extrem steigt und an dessen Ende sogar Beleidigungen oder Beschimpfungen stehen.

Der Andere hat oder ist das Problem!

Was mich so an der Diskussion stört, ist die Einseitigkeit und die Annahme, der Andere – Hund oder Mensch – hat oder ist das Problem. Ich weiß, damit bekommt man viele Likes und Kommentare. Beinahe jeder kennt diese Situationen, kann mitreden und laut schimpfen. Das tut gut. Das ist einfach. Du kannst mal Dampf ablassen. Doch dadurch wird der Konflikt noch lange nicht gelöst.

So eskalieren Hundebegegnungen.

Jetzt kannst du deine Energie erhöhen und strengere Regeln fordern, Strafen für die, die ihren Hund laufen lassen, ihn nicht „richtig“ halten. Aber wie wir bei der Einführung des Sachkundenachweis‘ nach §11 TierSchG miterleben durften, lösen mehr Gesetze noch keine Konflikte. Die Situation verkompliziert sich, anstatt sich zu klären und am Ende schränken die verschärften Gesetze auch diejenigen ein, die sich „korrekt“ verhalten.

Konflikte gehören auch zu einem Leben mit Hunden dazu.

Leider lassen sich Konflikte nicht einfach aus der Welt schaffen, indem man Regeln oder Gesetze erlässt. Auch wenn wir sie nicht mögen oder sogar Angst vor ihnen haben: Sie gehören zu einem Leben mit Hunden dazu. Wenn wir uns ein respektvolles Miteinander wünschen, dann sollten wir bei uns anfangen und unsere Konfliktstrategien reflektieren.

Es braucht eine veränderte Haltung.

Um Konflikte tatsächlich zu lösen, braucht es eine veränderte Haltung: Nicht du, nicht ich oder gar der Hund ist das Problem. Sondern wir haben ein Problem. Jede*r hat eine andere Sichtweise darauf, aber wir können miteinander reden und gemeinsam nach einer passenden Lösung suchen. Das ist die Basis konstruktiver Konfliktlösung.

Hundebegegnungen sind Chancen.

Hundebegegnungen sind Chancen. Wir können jedes Mal etwas über uns selbst, über Hunde und Menschen lernen. Wenn wir unsere persönlichen Konfliktstrategien kennen und üben, unsere Konflikte konstruktiv lösen, merken wir, dass wir keine Angst mehr vor Hundebegegnungen haben müssen, weil wir sie selbstverantwortlich klären können.

Welche Chancen siehst du in Hundebegegnungen?

 

 

Hundebegegnungen meistern

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Konstruktive Konfliktstrategien für den Umgang mit Mensch-Hund-Konflikten