Wenn Menschen erzählen, wie sie auf den Hund gekommen sind, dann ist oft die Rede von diesem „Zauber des Anfangs“, diesem magischen Moment, in dem der Hund sich in berührender Weise seinen Menschen ausgesucht hat und man tief in sich die Gewissheit spürte, dass es passt. Wenn ich meine Geschichte mit meinem Hund erzählte, dann hörte sich das oft wenig zauberhaft an.

Mit dem Kopf durch die Wand

Ich fasste mich dabei recht kurz, weil ich mich sogar dafür schämte. Ich machte allen glauben, dass ich mit dem Kopf durch die Wand gegangen bin, die Entscheidung am Ende des Studiums aus einer fixen Idee heraus entstand, dass es keinen zauberhaften Moment gab, dafür einen chaotischen Welpen, der sich in die Flexi-Leine verhedderte und dass auf diese Weise überhaupt kein Funke überspringen konnte.

Von der „Problem-Hund-Geschichte“ zur meiner echten Hundegeschichte

Wie ich meine Hundegeschichten erzählte, machte mich regelmäßig traurig und indem ich sie immer wieder auf die gleiche Weise erzählte, verstärkte sich der Effekt. Auch in der Erinnerung durchlebte ich jedes Mal auf’s Neue die unangenehmen Gefühle. Ich glaubte meine eigenen „Problem-Hunde-Geschichten“. Das ist heute anders und ich erzähle dir hier, wie es wirklich war. Denn den Zauber gab es doch!

Ich wusste schon als Kind: Ich werde einmal einen eigenen Hund haben.

Ich wusste schon früh: Ich werde einmal einen eigenen Hund haben, denn ich bin mit vielen Hunden aufgewachsen. Das prägt für immer. Hunde waren und sind sehr wichtig für mich und ich habe viele schöne Erinnerungen an jeden einzelnen. Ich wusste schon früh, wenn ich einmal groß bin, dann werde ich mir einen Hund zulegen.

Jagdhund oder Scheidungshund?

Meine Freundinnen und Kolleginnen wussten von meinem Wunsch und es wurde mir deshalb auch immer wieder ein Hund vorgeschlagen. Die Mutter einer Studienkollegin plante einen Wurf mit ihrer Jagdhündin. Nachdem ich mich eingehend mit der Rasse befasst hatte, entschied ich mich dagegen. Danach wurde mir ein „Scheidungshund“ angeboten und die Beschreibung der Hündin klang perfekt. Sie kam einen Tag zur Probe zu uns. Doch der Funke wollte nicht überspringen und ich entschied mich wieder dagegen.

Ein Welpe aus dem Tierheim soll es sein!

In der Zwischenzeit hatten sich meine Schwiegereltern nach dem Tod ihres alten Hundes einen Welpen aus dem Tierheim geholt. Sie kam aus dem spanischen Tierschutz. Da dachte ich: „Das ist es! Ich möchte einen Welpen aus dem Tierheim.“

Die Entscheidung für meinen Hund war reiflich überlegt.

Ich wusste, in einem Jahr würde ich meine Diplomarbeit schreiben und nur noch wenige Seminare belegen müssen. Dann hätte ich viel Zeit, um auch einen Welpen zu versorgen. Im Februar 2008 als das letzte Semester begann, schaute ich im Tierheim auf der Website nach passenden Kandidaten und überredete meinen Mann, dass wir zusammen hinfahren und uns vor Ort ein Bild machen. Im Tierheim bekamen wir einen langen Fragebogen, um zu klären, ob ein Hund das passende Haustier für uns ist.

Wir schauten uns verschiedene Hunde an.

Wir schauten uns verschiedene Hunde an und kamen schließlich zu einem Zwinger, in dem zwei Welpen wie wild auf und ab sprangen. Die mussten wir uns noch unbedingt ansehen. Ein Rüde und eine Hündin. Die Hündin war bereits vergeben. Der Rüde hieß Casper. Wir ließen uns den kleinen „Chaoshund“ für einen Kennenlernspaziergang aushändigen und wunderten uns schon, dass es beinahe zehn Minuten dauerte bis die Tierpflegerin ihn ins Geschirr gepackt hatte.

Ich wusste, dass dieser kleine Chaoshund bei mir bleibt.

Mit einer unhandlichen Flexi-Leine ausgestattet sind wir mit dem kleinen Racker losgelaufen und auf der Wiese vor dem Tierheim hatten wir den ersten Gordischen Knoten zu lösen. Wir hatten viel Spaß mit dem Welpen und bereits auf dem Heimweg wusste ich, dass dieser kleine Chaoshund bei mir bleibt.

Dein Hund – Deine Geschichte

Kaum zu glauben, es handelt sich dabei um denselben Hund und dieselbe Hundehalterin. Doch diese Hundegeschichte – meine echte Hundegeschichte – erzähle ich wirklich gerne und jedes Mal mit großer Freude. Für mich macht es einen deutlichen Unterschied, auch wenn es nur Nuancen sind. Um sie so erzählen zu können und den Zauber darin zu fühlen, brauchte ich Training – kein Hundetraining, sondern Mentales Training.

Mentales Training statt Hundetraining

Schließlich ging es um mich und darum, mein Selbstbewusstsein zu stärken. Über meine eigenen Erfahrungen kam ich auf die Idee, ein Mentales Training für Hundehalter*innen zu entwickeln. Ursprünglich nannte ich es „Dein Hund – Deine Geschichte“, denn darum geht es im Kern auch. Wenn wir unsere echten Hundegeschichten hören, erzählen, fühlen und schreiben, verändert sich unser Selbstbild und fast wie von alleine richten wir uns innerlich und äußerlich wieder auf.

Mentales Training für Hundehalter*innen

hundecoaching.pro

Fokus: Storyhealing