Ein sehr beliebter Satz unter Hundehalter*innen ist: „Da muss er jetzt halt durch!“ Man hört ihn beispielsweise, wenn ein Hund beim vermeintlichen Spiel mit einem fremden Hund gejagt wird, vor ihm flüchtet oder Schutz bei Herrchen oder Frauchen sucht.

Es ist unfair, deinem Hund nicht zu helfen.

Manchmal ist es nicht so leicht zu erkennen, wann dein Hund gestresst ist. Aber wenn du merkst, dass deinem Hund etwas unangenehm ist und er in einer schwierigen Lage ist, dann ist es unfair, ihm nicht zu helfen. Niemand, für den wir die Verantwortung tragen, muss durch irgendetwas durch, wenn er dabei offensichtlich starken Stress oder große Angst empfindet und die Situation auch anders zu lösen wäre.

Hunde lernen anders als Menschen

Wir Menschen denken immer: „Er muss da jetzt durch und dann lernt er, dass das Ganze halb so wild ist!“ So funktioniert das auch tatsächlich oft bei uns Menschen. Aber der Hund denkt nicht so komplex wie ein Mensch. Fakt ist, dass ab einem bestimmten Stresspegel das Denken und somit auch das Lernen durch Hormone wie Cortisol und Adrenalin blockiert wird.

Stress und Angst verhindern positive Lerneffekte

Du hast das selbst bestimmt schon erlebt, wenn du dir sehr viel Druck vor einer Prüfung gemacht hast und dann prompt ein „Blackout“ hattest. Dein Hund ist in einer Situation, in der er viel Stress empfindet, gar nicht dazu in der Lage, etwas zu lernen. Er wird deshalb auch nichts Positives aus einer Situation ziehen, in die du ihn zwingst.

Das geht auch anders!

Wenn du deinen Hund in einer für ihn unangenehmen Situation „alleine lässt“, lernt er nichts. Im Gegenteil: Lässt du deinen Hund in einer für ihn stressigen Situation alleine und er sucht sogar Schutz bei dir, so zeigst du deinem Hund, dass du kein/e zuverlässige/r Bindungspartner*in bist. Genau das sind die Momente, in denen dein Hund ganz genau merkt, dass er sich auf dich verlassen kann – oder eben nicht. Es ist vollkommen okay, seinen Hund „an die Hand zu nehmen“, wenn er dies braucht. Lass dir da nichts einreden!

Ein zuverlässiger Bindungspartner für den Hund sein

Natürlich muss jeder Hund ein gewisses Maß an Stress ertragen können und auch mal selbständig Lösungen finden. Aber wie hoch das Maß ist, das ein Hund erträgt, das ist sehr unterschiedlich. Wir können unseren Hunden helfen, mit Stress umzugehen, indem wir ein/e zuverlässiger Bindungspartner*in für sie sind und schwierige Situationen mit ihnen gemeinsam als Team meistern.

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Dein Hund ist deine Chance

Ich habe mich entschlossen, Hundetrainerin zu werden, weil ich dank meiner Chaoshündin Lola gemerkt habe, dass beim klassischen Hundetraining oft eine wichtige Kompenente fehlt: Der Halter/die Halterin. Bei meinem Trainingsansatz beschäftige ich mich gleichermaßen mit Hund und Mensch, denn jeder Hund bietet uns eine einzigartige Chance für persönliches Wachstum.

Persönlichkeitsentwicklung mit Hund | Buch | Dein Hund Deine Chance

Das Buch

Das Buch „Dein Hund – Deine Chance. Wie wir mit unseren Hunden persönlich wachsen“ von Anna Meißner leitet Schritt für Schritt an, sich selbst auf die Spur zu kommen, schwierige Situationen zu meisten und mit seinem Hund persönlich zu wachsen.