Dieser Beitrag ist für alle, die mich in den letzten Jahren immer wieder gefragt haben, was ich genau mache. Für alle, die von mir wissen wollten, was Coaching heißt und wie der Bezug zum Hundetraining ist. Und vor allem widme ich ihn Olli, der nicht lockergelassen hat bis er mich bzw. das, was ich tue, wirklich verstanden hat. Denn in dem Moment, in dem er mich verstand, konnte ich mich selbst besser verstehen. So funktioniert Coaching. Danke, Olli!

Da es bisher noch keine Definition für das gab, was ich mache, beantworte ich hier zum ersten Mal öffentlich die wichtigsten Fragen rund um meine Berufung Hundecoaching. Wenn dir beim Lesen noch Fragen einfallen, dann freue ich mich, wenn du sie in die Kommentare schreibst.

1. Wie ist der Begriff Hundecoaching entstanden?

In den letzten Jahren nennen sich Hundetrainer*innen immer häufiger Coach für Hund und Mensch oder gar Hundecoach. Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass sich die Arbeit mit Hund und Mensch immer weiter ausdifferenziert und nach neuen Begriffen gesucht wird, die der Vielfalt der Tätigkeiten Rechnung tragen und helfen, die Angebote von Hundeschulen zu unterscheiden.

2. Warum werden Hundetraining und Hundecoaching oft synonym verwendet?

Mit Hundecoaching sind meistens moderne, gewaltfreie Ansätze im Hundetraining gemeint, die die Bedürfnisse des Hundes achten und die Kooperation und Zusammenarbeit von Hund und Halter*in als Team fördern. Der Begriff soll betonen, dass es im Hundetraining nicht allein um Wissensvermittlung, sondern vor allem auch um die Beziehung zwischen Hund und Mensch geht.

3. Was ist Hundecoaching im Unterschied zu tiergestützter Pädagogik und Therapie?

In der tiergestützten Arbeit wird der Hund bewusst eingesetzt, um Lernprozesse oder therapeutische Prozesse zu unterstützen. Seine Anwesenheit hilft beispielsweise Kindern, sich beim Lesen zu konzentrieren, zeigt Manager*innen Führungsqualitäten auf oder schenkt alten oder kranken Menschen Trost. Der Hund hat dabei konkrete Aufgaben und es werden Übungen mit ihm zusammen gemacht. In der Therapie übernimmt er quasi die Rolle des Co-Therapeuten. Dafür sind die Hunde in der Regel ausgebildet, z. B. als Schulhund oder Therapiehund.

Im Hundecoaching hat der Hund keine Aufgabe. Ein Hundecoach braucht keinen speziell ausgebildeten Hund für bestimmte Interventionen. Der Hund, um den es geht, ist der des Coachees (=Klient*in). Er ist der Anlass und/oder das Thema, weshalb jemand ein Coaching machen möchte. Da im Hundecoaching „nur“ das Thema bearbeitet wird, kann er gerne dabei sein, es ist aber nicht zwingend erforderlich.

4. Was ist der Unterschied zwischen Hundetraining und Hundecoaching?

Auch wenn die Begriffe oft synonym verwendet werden und es durchaus Überschneidungen und Ergänzungen gibt, unterscheiden sich Hundecoaching und Hundetraining bzw. Hundeverhaltensberatung im Ansatz, in der Methodik und Ausbildung grundlegend voneinander.

Im Hundetraining geht es im Kern um die Vermittlung von Hundewissen und um das Erlernen von Hundeerziehungs- und ausbildungsmethoden. In der Hundeverhaltensberatung geht es darüber hinaus um eine Verhaltensanalyse und die Behandlung von Hundeverhaltensproblemen. Expert*innen für die Erziehung und Ausbildung der Hunde sind die Hundetrainer*innen bzw. Hundeverhaltensberater*innen. Wie der Name schon sagt, beraten sie die Hundehalter*innen und entscheiden über die Ziele, die Methodik, ggf. über den Einsatz von Hilfsmitteln und den Lösungsweg. Sie haben dazu Hundetrainerausbildungen absolviert und/oder sich mit Hundetrainerseminare spezialisiert.

Im Hundecoaching geht es hingegen um Persönlichkeitsentwicklung mit Hund. Dabei sind die Hundehalter*innen Expert*innen für ihre eigenen Themen. Sie entscheiden, worum es in ihrem Coaching geht. Themen können beispielsweise sein: Hundebegegnungen meistern, die Auswahl des passenden Hundes, mentale Prüfungsvorbereitung (Hundeführerschein, Sachkundenachweis, …), dem Hund Sicherheit geben, als Familie mit einem Hund zusammenleben (ein Baby kommt…), einen Bürohund ins Team integrieren, eine liebevolle Beziehung mit dem Hund führen. Ein Hundecoach unterstützt Hundehalter*innen darin, ihre Hunde selbst zu erziehen und auszubilden sowie eigene Lösungen für Hundeprobleme zu finden. Hundecoachs verfügen über eine Coachingausbildung oder haben sich in mentalem Training, motivierender Gesprächsführung, Mediation o.ä. weitergebildet.

5. Braucht man als Hundecoach den Sachkundenachweis nach §11 TierSchG?

Um in Deutschland als Hundetrainer*in ein Gewerbe anzumelden bzw. für den Betrieb einer Hundeschule braucht man einen Sachkundenachweis nach §11 TierSchG. Als Hundecoach, so könnte man argumentieren, arbeitet man ja schwerpunktmäßig mit den Menschen und an deren Themen, also bräuchte man den Sachkundenachweis nicht.

Theoretisch könnte man so argumentieren, aber in der Praxis lässt es sich kaum vermeiden, dass man als Hundecoach Menschen mit ihren Hunden bei der Erziehung- und Ausbildung ihrer Hunde anleitet – wenn auch etwas anders als im Hundetraining. Aber schließlich kommen Hundehalter*innen zu einem Hundecoach, weil sie an der Beziehung mit dem Hund arbeiten möchten.

Die Arbeit als Hundecoach hat also direkte Auswirkungen auf das Mensch-Hund-Team. Man sollte deshalb z. B. einschätzen können, wann ein Tierarzt oder Hundetrainer*in zu Rate gezogen werden sollte oder wie der Rahmen für Hundecoachingangebote hundegerecht gestaltet werden kann. Daher ist der Sachkundenachweis aus meiner Sicht die Basis – egal ob du dich mehr auf Hundetraining oder Hundecoaching spezialisiert hast.

6. Was bringt Hundecoaching?

Viele Hundetrainerausbildungen berücksichtigen mittlerweile auch pädagogische (methodische und didaktische) Aspekte des Hundetrainings, also wie Hundewissen, Hundeerziehungs- und Ausbildungsmethoden an Hundehalter*innen vermittelt werden können. Man hat erkannt, dass Hundetraining auch Menschentraining ist und wie wichtig es deshalb ist, dass Hundehalter*innen dem Unterricht in der Hundeschule gut folgen und das Gelernte optimal umsetzen können. Doch es gibt Bereiche, in denen klassisches Hundetraining an seine Grenzen stößt. Davon mal abgesehen, geht es in der Hundehaltung nicht immer nur darum, dem Hund etwas beizubringen oder sein Verhalten nach unseren Maßstäben zu formen. Es geht um Bindung und Beziehung und darum das Leben zusammen mit unseren Hundem – unseren tierischen Freunden – gemeinsam zu gestalten. An diesen Stellen setzt Hundecoaching an.

Ein Hundecoach kann Menschen mit ihren Hunden Schritt für Schritt und nachhaltig in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten, damit sie eine natürliche Bindung aufbauen, eine gute Beziehung führen und zu einem echten Team werden. Sie können, in Konflikten zwischen Hund und Mensch vermitteln, die Sorgen und Nöte von Hundehalter*innen besser verstehen und empathisch auffangen. Sie können Hundehalter*innen in ihrer Selbstverantwortung stärken und ihnen helfen, ihre Hunde selbst zu erziehen und für bestimmte Aufgaben, z. B. als Assistenzhund, auszubilden.

Hundecoaching hebt die Arbeit mit Hund und Mensch auf ein neues Level, weil es auf die Besonderheiten der Mensch-Hund-Beziehung eingeht, beide Ebenen Hund und Mensch verbindet und ein echtes Verstehen ermöglicht – innerartlich und zwischenartlich.

7. Warum bietest du nicht einfach eine Werkzeugkiste mit Hundecoachingtools für das Hundetraining an?

Auch wenn viele Hundetrainer*innen auf der Suche nach neuen Methoden für ihre Hundetrainingsstunden sind und es sich sicher gut vermarkten ließe: Hundecoaching ist keine Methode.

Das, was wirkt, ist die Beziehung, die du zu deinen Coachees aufbaust, deine innere Haltung, die Klarheit in der Rolle und deine Fähigkeit, persönliche Entwicklung begleiten zu können. Das lernt man nicht an einem oder zwei Tagen. Wenn du so willst, ist meine Coachingausbildung deine „Werkzeugkiste“ und deine Methode bist du!

8. Wie läuft eine Ausbildung zum Hundecoach ab?

Meine Coachingausbildung für Hundetrainer*innen beginnt mit einem zweitätigen Workshop zum Thema „Berufung Hundecoaching“. Es geht darum, dass man sich über die eigenen Ziele, seine Stärken und Fähigkeiten in der Arbeit mit Hund & Mensch bewusst wird und wie man seine Berufung Hund aus ganzem Herzen leben kann.

Im zweiten Modul erhält man drei verschiedene Einzelstunden online oder face-to-face: ein Mentales Training zu einem Thema mit dem Hund, ein Coaching zu einem persönlichen Thema (Veränderungswunsch) und eine Supervision für ein Thema/Konflikt mit Kolleg*innen bzw. Kund*innen. Auf diese Weise erfährt man selbst, was Hundecoaching heißt und auf welche Arten man damit arbeiten kann.

Im dritten Modul vermittle ich anhand meiner vier liebsten Hundecoachingtools die Grundlagen des Hundecoachings: Lösungsfokussierte Grundhaltung, moderne Kommunikationspsychologie, systemische Theorie, und mentale Strategien. Die Seminare finden online per Zoom statt.

Modul 4 bildet mit fünf Wochenendseminaren, Intervisionen, echten Fällen und einer Abschlussarbeit den Kern der Coachingausbildung. Hier lernst du eine klare Coachingstruktur praktisch anzuwenden. Danach erhältst du ein Zertifikat über die Ausbildung von mir.

9. Ist „Hundecoach“ ein geschützter Begriff?

Nein, im Prinzip kann sich jeder so nennen. Mir geht es nicht um Begrifflichkeiten und darum, ob man sich lieber Hundetrainer*in oder Hundecoach nennt, um ein bestimmtes Zertifikat oder dass du meine Coachingausbildung machen musst. Für mich steht der Begriff dafür, sich auf den Weg zu machen, die eigenen Denkmuster, Gewohnheiten und Arbeitsweisen zu hinterfragen, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Arbeit mit Hund und Mensch persönlich zu wachsen.

10. Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?

Die Ausbildung entspricht einer beruflichen Weiterbildung und richtet sich deshalb an berufserfahrene Praktiker*innen aus der Hundebranche, an Hundetrainer*innen und angrenzende Arbeitsfelder. Sie ist an keine bestimmten Voraussetzungen geknüpft.

11. Wann geht’s los?

Für Details zur Ausbildung, Inhalte, Termine, Modulpreise und die Anmeldung klicke auf den Button. Hast du Fragen zum Thema Hundecoaching? Dann schreib sie in die Kommentare, ich werde sie gerne beantworten.

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