Foto © Sabine Ruh

Seit drei Jahren wird Cosmo alt. Ein Hund, der zuvor nur zum Impfen beim Tierarzt war, entwickelt verschiedene Krankheiten und es ist nicht so leicht, herauszufinden, wie man ihn gerade medizinisch am besten unterstützen kann.

Anfangs wiederholte sich das Spiel, das wir noch aus der Zeit der Hundeschule kannten. Es gab ein Problem und ich nahm Kontakt zum Tierarzt auf, um ein Rezept zu erhalten, das das Problem behebt. Doch die Tierarztbesuche brachten keine Heilung, im Gegenteil, es wurde dadurch noch schlimmer und da war sie wieder: Die Endlosschleife.*

Als mir das bewusst wurde, sah ich, wie meine Tierärztin vor allem auf meine Worte und meine Gefühlslage reagierte. Je nachdem wie besorgt ich war, fielen die Interventionen mal mehr oder weniger invasiv aus. Meist folgte sie genau meiner Grundannahme und behandelte entsprechend.

Ich konnte also einen Beitrag zur Heilung beisteuern! Um die Endlosschleife zu durchbrechen, musste ich die Tierarztbesuche besser vorbereiten, mich bewusst erden und der Tierärztin auch den Raum geben, in dem sie frei von dem Druck, den sie bei mir spürte, überlegen konnte, was anstand.

Beim nächsten Termin begegnete sie mir wie ausgewechselt. Ich sprach an, dass die Symptome zu ganz verschiedenen Krankheiten passen könnten und fragte, was der nächste Schritt sein könnte, um herauszufinden, um was es bei Cosmo wirklich geht. Die OP war vom Tisch. Dafür legten wir Schicht um Schicht einen individuellen Behandlungsweg frei, entwickelten kreative Ideen, probierten Dinge aus, verwarfen Methoden und blieben dran.

Das war der Auftakt für diese neue Lebensphase von Cosmo, in der wir Tierärzt*innen noch öfter brauchen würden.

*Die Endlosschleife ist eine Metapher, die ich in meinem Buch Dein Hund – Deine Chance. Wie wir mit unseren Hunden persönlich wachsen beschrieben habe.

Dein Hund –
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